DRK-Kreisverband nimmt leistungsstarke PV-Anlage in Betrieb
Bis zu 250.000 Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr erwartet.

Es sind Zahlen, die sich sehen lassen können: 592 Photovoltaik-Paneele, die künftig bis zu 250.000 Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr erwarten lassen, was in etwa dem Stromverbrauch von 80 Haushalten entspricht. Sie sind seit kurzem auf den Dächern der Geschäftsstelle des DRK-Kreisverbands in der Ulmer Straße in Ravensburg in Betrieb. Nicht nur der Eigenbedarf kann so rechnerisch gedeckt, sondern darüber hinaus nochmal so viel an Strom ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Der Kreisverband folgt damit dem Leitgedanken: regional, nachhaltig und CO₂-neutral. Vor allem der DRK-Menüservice mit seiner Großküche wird davon profitieren.
Stoßzeiten bei Tageslicht
Der Betrieb des DRK-Kreisverbands benötigt schwerpunktmäßig Strom an Arbeitstagen zwischen 8 und 16 Uhr in der Großküche mit vielen Öfen, Sicherheitstechnik, die Verwaltung, für Seminarräume, die Betreuung von demenziell erkrankten Menschen, aber auch für die Elektro-Fahrzeuge oder die Gebäudebeleuchtung. Am meisten aber schlägt die Großküche zu Buche: von 8.30 bis 10.30 Uhr läuft der Stromzähler hier besonders emsig, wenn täglich die rund 600 Essen für die Kindertagesstätten und die Seniorinnen und Senioren vorbereitet werden, die die Fahrer per Essen auf Rädern anschließend verteilen. „Auch die Kühlzelle darf nicht unterschätzt werden“, ergänzt Christian Neusch. Er ist der neue DRK-Abteilungsleiter für die sozialen Dienste und auch für die Gebäudetechnik zuständig. „Der Menüservice ist mit seinen Starkstromöfen der größte Stromverbraucher, hier gibt es den größten Benefit.“
Ziel: CO₂-Neutralität
Der DRK-Kreisverband setzt sich zum Ziel, insgesamt CO₂-neutral zu werden. „Uns als Rotes Kreuz ist es wichtig, gesellschaftliche Verantwortung ganzheitlich zu übernehmen. Umweltschutz, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit sind für uns eng miteinander verknüpft“, begründet DRK-Kreisgeschäftsführer Gerhard Krayss. Das angebotene Essen etwa stammt weitgehend aus regionalen Produkten mit hohem Bio-Anteil. Schon bevor die eigene PV-Anlage in Betrieb ging, kam der bezogene Strom aus CO₂-neutralen Quellen, ist also Ökostrom beim Roten Kreuz. Mit der eigenen PV-Anlage wird das Unternehmen jetzt außerdem weniger anfällig bei etwaigen Energieengpässen.
Lohnender Aufwand
Die Kosteneinsparungen, welche die PV-Anlage langfristig mit sich bringt, können in soziale Projekte und das eigene Ehrenamt investiert werden. „Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, ist DRK-Facilitymanager Michael Claus überzeugt. Das Rote Kreuz wird einen Teil des produzierten Stroms selbst nutzen, der Überschuss wird als reiner Solarstrom in den Stromkreislauf eingespeist. Nach über 15-monatiger Planungs- und Umsetzungszeit ist die PV-Anlage nun in störungsfreien Betrieb gegangen.