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Ansprechpartner

Heinz, Anneliese

Frau
Anneliese Heinz

Tel. 0751 5091500
Tel. 0751 56061-0
Fax 0751 56061-49
karle.heinz@ - t-online.de

Ulmer Str. 95
88212 Ravensburg

Psychosoziale Notfallversorgung - Erste Hilfe für die Seele

Es gibt Momente, in denen Menschen durch plötzlich eintretende Not- und Unglücksfälle aus der Normalität ihres Lebens gerissen werden. Wenn Eltern durch das plötzliche Versterben ihres Kindes wie gelähmt sind, die Polizei nach einem schweren Verkehrsunfall der Familie die Nachricht über den Tod des Vaters überbringen muss.

Kriseninterventionshelfer bei der Betreuung eines Kindes.
Foto: M. Richter / DRK

Sowohl in diesen schweren Stunden als auch in anderen akuten Krisensituationen leisten - zumeist ehrenamtliche - Psychosoziale Notfallversorgungshelfer (kurz: PSNV-Helfer) des Deutschen Roten Kreuzes "Erste Hilfe für die Seele" und psychosoziale Akuthilfe für Betroffene. Sie sind da, hören zu, begleiten.

Zum Einsatz geht es immer mindestens zu zweit, damit im Rahmen der kurzfristigen Begleitung und individuellen Betreuung Betroffene auch bei organisatorischen Aufgaben unterstützt und das soziale Netz oder weiterführende Hilfen mobilisiert werden können.

"Wir arbeiten fast immer in Grenzsituationen." Wer sich wie Annelise Heinz, Leiterin des 12-köpfigen PSNV-Teams im DRK Kreisverband Ravensburg e.V., als PSNV-Helfer engagiert, trifft auf Menschen, die gerade mit schweren Schicksalsschlägen konfrontiert wurden. Sandra Bergmann gesteht zu, dass die Arbeit "oft sehr berührend, traurig und belastend" sein kann. Doch schon in der spezifischen Ausbildung, für die DRK-einheitliche Mindeststandards existieren, lernen die Helfer, "sich ihrer Rolle bewusst zu sein" und sich – trotz der zum Teil sehr intensiven Begleitung – nicht mit dem Schicksal der Betroffenen zu identifizieren. Sandra Bergmann: "Wir können ganz tief mitfühlen, aber wir dürfen nicht mitleiden."

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Die Aufgabe des Psychosoziale Notfallversorgungsteams (PSNV) ist es, Menschen die ein psychisch belastendes Ereignis erlebt haben in den ersten Stunden zu betreuen und evtl. weitere Hilfe zu vermitteln. Typische Einsätze sind z.B. Betreuung von Angehörigen nach einem Unfall, Suizid oder plötzlichem Todesfall, die Überbringung von Todesnachrichten.

Vorrangiges Ziel der Psychosozialen Notfallversorgung ist die kompetente menschliche Begleitung und Betreuung von Menschen bei der Bewältigung einer schwierigen Lebenssituation, z. B. durch menschliche Nähe, Zeit haben, Zuhören, Reden, Trösten, Beten, Aktivierung des evtl. vorhandenen sozialen Netzes. Das heißt, PSNV beinhaltet auch die Organisation bzw. Mithilfe bei der Sicherstellung weiterer Betreuung durch Angehörige, Freunde, Seelsorger, Ärzte, Selbsthilfegruppen, soziale Dienste usw. Die betroffen Menschen entscheiden dabei selbst, ob und in welchem Umfang sie das Angebot des PSNV wahrnehmen möchten.

Alle Mitarbeiter des PSNV sind ehrenamtlich tätig und haben neben ihrer allgemeinen Ausbildung einen speziellen Lehrgang zur Krisenintervention absolviert. Es finden regelmäßige Fortbildungen statt, außerdem besteht die Möglichkeit zur Supervision und zum Debriefing nach Einsätzen durch einen Psychologen.

Alarmiert wird unser PSNV auf Anforderung des Rettungsdienstes, der Polizei oder der Feuerwehr durch die Rettungsleitstelle.

Die Hilfe des PSNV ist für die Betroffenen kostenlos, das PSNV wird ausschließlich aus Spenden und Fördermitgliedsbeiträgen finanziert.