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Ganz nah beim Kind, ganz nah bei der Familie

Der frühe Besuch einer Kindertagesstätte gilt als wichtige Startbedingung in das Bildungssystem. Mit dem Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ sollen vor allem auch die Kinder aus bildungsfernen Familien und Kinder mit Migrationshintergrund bessere Chancen erhalten. Die Villa Kunterbunt vom Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Ravensburg gehört zu den vier Einrichtungen, die im Landkreis Ravensburg am Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mitwirken. Angelika Siller begleitet als Projektfachkraft in der Villa Kunterbunt Kinder und ihre Familien und berät bei Bedarf ihre Kolleginnen.

Angelika Siller ist als Fachkraft in der Villa Kunterbunt verantwortlich für die Umsetzung des Bundesprogramms „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“.

Kinder tollen durch die Räume, Bauklötze werden aufeinandergestapelt, Erzieherinnen schminken die Gesichter einiger Mädchen, Lachen und Kinderstimmen füllen die Villa Kunterbunt. Diese bietet an drei Standorten in der Innenstadt von Ravensburg knapp 120 Plätze für Kinder im Alter von wenigen Monaten bis zum Schuleintrittsalter. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund ist laut Angelika Siller nicht ausgesprochen hoch. Aber: Es geht es um jedes einzelne Kind. Ihre Projektstelle, die sie im September 2017 gestartet hat, passt exakt zu ihrer persönlichen Auffassung, nämlich, dass Integration ins Bildungssystem schon früh beginnen muss. Allerdings haben kulturelle Prägungen und Sprachbarrieren mitunter zur Folge, dass Eltern das deutsche Bildungssystem nicht verstehen und womöglich den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz gar nicht einfordern. Angelika Siller muss daher auch die Eltern erreichen, sensibilisieren und einbeziehen.

Niederschwellige Angebote mit großer Wirkung
Zu den Projektaufgaben gehört es, neue Wege zu erproben und Aktionen umzusetzen. So genannte niederschwellige Angebote sollen helfen beim frühen Kita-Einstieg. Um auch das häusliche Umfeld miteinzubeziehen, gehören Hausbesuche oder Besuche in der Flüchtlingsunterkunft zur Arbeit von Angelika Siller. Vorort vernetzt sie sich bei Bedarf mit der Flüchtlingssozialarbeit. Für die Eltern kann der Austausch mit der Fachkraft einen neuen Blick eröffnen. Vermeintlich einfache Ideen oder Ratschläge, können oft einiges bewirken. Beispiel: Die lebhaften Kinder werden vom Toben auf dem Spielplatz müde, nicht beim Fernsehen. Im Gespräch wurde das der schwangeren Mutter klar, die nun regelmäßig mit den Kindern an die frische Luft geht.

Unterstützung der Kolleginnen
Die Projektverantwortliche ist nicht in der täglichen Gruppenarbeit tätig, aber wichtige Ansprechpartnerin für ihre Kolleginnen. Bei Bedarf gestaltet sie Spiel- oder Beschäftigungsstunden mit dem einzelnen Kind oder organisiert pädagogische Unterstützungsprogramme und führt diese auch durch. Die Bandbreite sozialer Unterstützung von der Diagnostik, über Therapie und Förderung hat sie parat: eine Entwicklungsverzögerung oder Behinderung kann die Integration nämlich zusätzlich erschweren. Auch die mögliche Vernetzung der Familien mit dem Sozialraum muss sie im Blick haben. Im Rahmen des Projektes ist Angelika Siller außerdem Coach für Kulturkommunikation: für einen Kollegen während seiner Qualifizierung. Der in Syrien ausgebildete Grundschullehrer macht in der Villa Kunterbunt während eines so genannten Anpassungsjahres die Ausbildung zum Erzieher.

Vier Einrichtungen im Landkreis
Im Landkreis Ravensburg sind die Städte Bad Waldsee, Isny und Wangen sowie das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Ravensburg zusammen mit bundesweit rund 200 Einrichtungen am Programm beteiligt. Die Koordinierungs- und Netzwerkstelle mit der Zuständigen Melanie Ziminski ist beim Jugendamt Ravensburg angesiedelt. Einmal im Monat treffen sich die Projektmitarbeiterinnen. Dann tauschen sie ihre Erfahrungen aus, geben sich gegenseitig Anregungen und entwickeln neue Ideen. Wichtig ist während der dreijährigen Projektphase die laufende Reflexion und Evaluierung: Angebote, die sich nicht bewähren, werden überarbeitet oder gar beendet. Die Erkenntnisse finden Eingang in eine umfassende Dokumentation.

www.fruehe-chancen.de/kita-einstieg

3. Februar 2018 00:29 Uhr. Alter: 75 Tage