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Wohnen mit Hilfe - Senioren und Studenten helfen sich gegenseitig

Vermittlung von Wohnraumpartnerschaften soll Wohnungsnot für Studenten in Ravensburg und Weingarten und Umgebung lindern

3800 junge Menschen studieren an der DHBW in Ravensburg, 3500 an der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten. Da wird Wohnraum knapp. Das Bürgerbüro sucht zusammen mit dem DRK nach neuen Wegen aus dem Dilemma.

 

WOHNENmitHILFE, ein Projekt, das in vielen deutschen Unistädten bereits erfolgreich läuft, soll nun auch in Ravensburg und Umgebung für weiteren studentischen Wohnraum sorgen. Mehr noch: für ein Miteinander der Generationen oder auch ein Stück Einübung in die zukünftig angesagte Gemeinschaft der Gegenseitigkeit im Sinn von „Ich helfe Dir, wenn Du mir hilfst!“

 

„Ich habe zusammen mit ihr indisch gekocht, sie hat mir viel von sich und ihrem langen Leben erzählt“ strahlt Bharath bei der Frage von Martina Kruska, der Projektinitiatorin vom Bürgerbüro, nach seiner Wohnpartnerschaft mit einer jung gebliebenen alten Dame während seines Masterstudiums in München. Die inzwischen 93-Jährige sitzt unter den Gästen der Geburtstagsfeier von Bharaths einjährigem Sohn. Sie ist eigens dafür mit ihrer Tochter aus München nach Ravensburg gereist, denn sie gehört  zur Familie.

Das Projekt „WOHNENmitHILFE“- Zimmer für Studenten, führt Senioren -  manchmal aber auch Familien mit Kindern -  mit Studenten zusammen. Viele Senioren leben inzwischen in zu groß gewordenen Wohnungen oder Häusern, wollen aber ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen. Sie geben einem Studenten ein bisschen von ihrem Platz ab  und erhalten dafür viel zurück:  Mithilfe in Haus und Garten, Unterstützung am Computer oder beim Hundausführen, Leben statt Einsamkeit. Was die Höhe der Miete betrifft, so gilt: pro Quadratmeter Wohnfläche ist eine Stunde Hilfe im Monat fällig. Im besten Falle wohnt der Student mietfrei bist auf die Nebenkosten.Die trägt er selbst.

„Was, Du gibst Deine Freiheit auf und gehst so ein Risiko ein?“  wird Christiane immer wieder von Nachbarn und Freunden gefragt, wenn sie erzählt, dass sie bereits seit 10 Jahren Studentinnen in ihre Wohnung aufnimmt. Die über 8o-Jährige genießt das Gefühl, dass ihre Wohnung belebt ist und sie mit der Jungend in Kontakt bleibt, nachdem ihre Kinder und Enkelkinder irgendwoanders in Deutschland wohnen. Und Jenny, ihre derzeitige Mitbewohnerin, schwärmt: „Sie ist wie meine Oma, die leider verstorben ist. So aufgeschlossen und lustig. Manchmal kochen wir was zusammen, oft sehen wir uns aber auch tagelang nicht wirklich, aber immer habe ich das Gefühl, es ist jemand da, wenn ich heimkomme.“

 Das Bürgerbüro und das DRK helfen beratend  bei der Auswahl und Zusammenführung der beiden Wohnparteien. Sinnvoll ist der Abschluss einer Mietvereinbarung oder eines Mietvertrages im Vorfeld. Kommt es dennoch zu Problemen, weil die Chemie nicht stimmt, kann die Wohnpartnerschaft auch wieder aufgelöst werden. Auch hier stehen beide Projektträger helfend zur Seite. „Ich vertraue einfach einem Menschen so lange, bis ich negative Erfahrungen mache. Das war aber  noch nie der Fall. Mit etwas Mut und Toleranz auf beiden Seiten klappt’s. Ich helfe der Jugend, habe ein gutes Gefühl und bleib’ dabei selber jung, das ist mein Ding! Einsamkeit kenne ich nicht!“ So der Schlusspunkt  von Christiane, während sie ihrer Studentin verschmitzt zublinzelt.

 

Wer bereit ist, der dringenden studentischen Wohnraumnot in Ravensburg und Umgebung entgegenzuwirken und sich auf das Projekt WOHNENmitHILFE einzulassen, wendet sich bitte an das Bürgerbüro im Rathaus, Tel.0751-82 102 buergerbuero@ - ravensburg.de oder an das Deutsche  Rote Kreuz, Kreisverband Ravensburg, Tel. 0751-5606160 info@ - drk-rv.de

27. November 2013 11:50 Uhr. Alter: 3 Jahre